Durchhalten in harten Zeiten

Fühlst du dich als Leiter innerlich in der Wüste? Hast Du tolle Dinge mit Gott in deiner Kleingruppe erlebt, aber jetzt ist alles auf einmal schwer und mühsam? Noch dazu fällt es dir schwer, Gott überhaupt zu hören? Dann ermutigen wir dich: Auch Jesus und der Prophet Elia kannten sich mit der Wüste aus. Sie ist ein Ort, an dem dich Gott prüft, stärkt und vorbereitet.   

In der Bibel lesen wir von den unterschiedlichsten Personen, dass sie zu bestimmten Zeiten in der Wüste unterwegs waren – ganz buchstäblich. Die bekanntesten sind das Volk Israel, das ganze 40 Jahre durch die Wüste wanderte (vgl. 5 Mose 8,2), Elia (vgl. 1 Kön 19,1-18) und Jesus (vgl. Mt 4,1-11).

Schauen wir uns heute den Propheten Elia an, eine Person aus dem Alten Testament, die viel mit Gott erlebte – und durch ein tiefes Tal, eine Wüstenzeit im wörtlichen und übertragenen Sinn, gehen musste. Doch was genau ist davor passiert? Das ist entscheidend zu wissen. 

Showdown am Berg Karmel … 

Das 1. Buch der Könige berichtet davon, wie Israel von Königen regiert wurde, die Gott nicht fürchteten und Götzendienst, den Baalskult, förderten. In dieser Zeit lebte Elia. Er fühlte sich wie der letzte noch lebende Prophet Gottes – obwohl es noch andere gab, die Gott dienten (vgl. 1 Kön 18,4): Diese stellten sich wie Elia zu den Aussagen und Werten Gottes, gegen den damaligen Zeitgeist und gegen den herrschenden König. In Israel erreichte der Opferkult für den heidnischen Gott Baal zu dieser Zeit, unter König Ahab und seiner Frau Isebel, seinen Höhepunkt. Wie in 1. Könige 18 berichtet wird, gipfelte das schließlich in einer außergewöhnlichen Auseinandersetzung: Als einziger Prophet Gottes stand Elia 450 Baalspriestern und 400 Priestern der heidnischen Göttin Aschera gegenüber! Außerdem wurde auch das Volk Israel an den Ort dieser Auseinandersetzung, den Berg Karmel, gerufen. Das ganze Volk sollte erkennen, welcher Gott der wahre Gott ist. Gott bewies in dieser Situation seine Macht und Stärke, indem er Feuer vom Himmel kommen ließ und die falschen Propheten mit ihren toten Götzen entlarvte. Sie alle wurden schließlich auf Elias Geheiß getötet. 

… und danach die Talfahrt 

Aus Angst vor der Reaktion der Königin Isebel, die Elia mit dem Tod drohte, floh Elia in die Wüste. Er fürchtete um sein Leben und hatte jeden Lebensmut verloren: „Da bekam Elia Angst und floh um sein Leben. (…) Er aber ging allein eine Tagesstrecke weit in die Wüste. Schließlich sank er unter einem Ginsterstrauch nieder, der dort stand, und wollte nur noch sterben. ,Ich habe genug, HERR’, sagte er. ,Nimm mein Leben …’” (1 Kön 19,3-4).   

Es ist eigentlich kaum zu glauben: Derselbe Elia, der die Machtprobe mit 800 falschen Propheten wagte und mit Gott als Sieger daraus hervorging; derselbe Elia, durch dessen Gebet es nach drei Jahren Dürre wieder zu regnen begann (vgl. 1 Kön 18,41-46), brach innerlich zusammen. Warum? 

Weil Angst das Herz lähmen kann – selbst nach dem größten Sieg? Obwohl er all diese Wunder Gottes und machtvolle Bestätigungen gesehen hatte, fürchtete sich Elia. Er hatte keine innere Kraft mehr. 

Wie Gott in schweren Zeiten versorgt 

Kennst du das persönlich? Du hast einige große Siege, vielleicht sogar den größten Triumph deines bisherigen Lebens hinter dir und trotzdem (oder gerade deswegen) hast du das Gefühl, von allen verlassen zu sein. Du bist in einer Wüstenzeit.  

Doch was passierte weiter mit Elia, als er an seinem Tiefpunkt war? Gott versorgte ihn mitten in der Wüste, er sandte seine Engel zu ihm, die ihn mit Brot versorgten (vgl. 1 Kön 19,5-8). Allerdings dauerte es dann noch 40 Tage und Nächte und Elia musste sich auf eine längere Wanderung machen, bevor Gott selbst sich ihm offenbarte und zeigte (vgl. 1 Kön 19,5-13).  

Halte durch –  und erwarte das Unerwartete 

Was bedeutet das für uns? Wir brauchen Geduld und Durchhaltevermögen, dann finden wir auch in der Wüste Gottes Gegenwart. Diese sieht oft anders aus als wir denken: Wie bei Elia kann Gott nicht im Sturm” sein oder auch „nicht im Erdbeben” oder „nicht im Feuer”, sondern uns als „leises Säuseln” begegnen (1 Kön 19,11-12) – in der Ruhe und im Frieden.  

Suche die Stille, suche die Ruhe! Dort wird Gott dir begegnen. An diesem Ort wird dir Gott geben, was dein Herz begehrt (vgl. Ps 20,5). Und dort macht er dich, wie Elia, auch bereit für deinen nächsten Auftrag (vgl. 1 Kön 19,15-16). Nicht jede schwere Phase ist automatisch eine geistliche Wüste”. Aber wenn du, wie Elia, nach großen geistlichen Erfahrungen in Angst, Erschöpfung oder Orientierungslosigkeit gerätst, darfst du wissen: Auch dort ist Gott gegenwärtig.