Die Advents- und Weihnachtszeit kann in der Kleingruppe mit besonderer Deko oder gemeinsamem Plätzchenbacken besonders stimmungsvoll und gemütlich gefeiert werden. Eine ganz andere Idee ist die: Wie wäre es, wenn wir mit unserer Kleingruppe Weihnachtslieder in einem Seniorenheim singen? Vielen älteren und möglicherweise einsamen Menschen könnten wir damit eine große Freude bereiten. Eine solche Aktion will aber gut vorbereitet sein – und sie eignet sich nicht für kleine Hauskreise. (Wir in der Overflow Kirche waren sogar mit einem größerem „Chor“ aus der ganzen Kirche zum Weihnachtssingen unterwegs.)
1 Können wir das musikalisch stemmen?
Die erste Frage ist: Haben wir Sänger, die stark genug sind, das gemeinsame Liedersingen zu tragen und anzuleiten? Haben wir ein transportables Begleitinstrument – eine Gitarre, ein Keyboard samt Spieler oder Spielerin? Auch (gut gestimmte) Flöten sind eine Idee. Wir könnten auch Musiker, die nicht Teil unserer Kleingruppe sind, bitten, uns bei dieser Aktion zu unterstützen. Oder wir tun uns mit einem anderen Hauskreis zusammen.
2 Kontakt aufnehmen mit einem Seniorenheim
Bevor wir in die weitere Planung gehen, sollten wir als Kleingruppenleitende unser Vorhaben mit unserem Pastor, unserer Pastorin besprechen, um deren Rückendeckung zu erhalten. Wenn wir dann den Kontakt zu einem Seniorenheim aufnehmen, können wir erklären, von welcher Kirche oder Gemeinde wir kommen. Falls jemand in der Kleingruppe oder jemand anders in der Kirche, zu der wir gehören, bereits einen Kontakt hat, ist es wichtig, diese bestehenden Kommunikationskanäle auch zu nutzen. Die Leitungen der Einrichtungen sind für die Sicherheit ihrer Bewohner verantwortlich – sie werden sicher nicht „irgendwen“ in ihr Haus lassen. Vertrauen aufbauen ist essenziell. Wir erläutern unsere Idee des Liedersingens und fragen freundlich, ob ein solcher Auftritt überhaupt gewünscht ist.
3 Termin vereinbaren und Rahmenbedingungen klären
Gibt die Leitung eines Seniorenheims grünes Licht, können wir einen passenden Termin für den Auftritt und die Dauer unseres Besuchs vereinbaren. Wichtig ist, dass wir uns unseren Gastgebern anpassen. Die Tagesabläufe in Senioreneinrichtungen sind in aller Regel sehr klar getaktet und weichen von unserem Lebensrhythmus ab. Abendliches Singen – zu unseren normalen Kleingruppenzeiten – wird in aller Regel nicht möglich sein. Aber ein Sonntagnachmittag im Advent mag sich sehr gut eignen.
Die Rahmenbedingungen sollten geklärt werden: Kommen wir „nur“ zum Singen und wie lange? Ist vielleicht sogar eine kleine weihnachtliche Ansprache oder Andacht möglich und gewünscht? Oder kann die biblische Weihnachtsgeschichte zwischen den Liedern gelesen werden? Oder ein weihnachtliches Gedicht? Wollen die Bewohner vielleicht sogar eigene Gedichte lesen oder sich Lieder wünschen? Ist es sinnvoll, Liedblätter für die Bewohner vorzubereiten und mitzubringen (und wie groß sollte der Text gedruckt werden, um lesbar zu sein)? In welchem Raum findet das Singen statt (und ist dort, falls gebraucht, eine Steckdose für ein Keyboard in Reichweite)? Wollen wir vielleicht sogar vorher in der Kleingruppe Plätzchen backen und mitbringen (falls das erlaubt ist)? Nehmen wir uns nach dem Singen noch Zeit und setzen uns zu den Bewohnern, um Geschichten aus ihrem Leben zu hören? Die Bandbreite reicht von einem einfachen Liedersingen bis hin zu einer gemeinsam geplanten kleinen Weihnachtsfeier.
4 Lieder auswählen
Steht der Termin und haben wir eine Vorstellung von der Länge und Art unseres Auftritts, geht es an die Auswahl der Lieder. Vertraute und allgemein bekannte Lieder sind wichtig, damit die Menschen, die wir beschenken wollen, auch mitsingen können. Seid sensibel und hört auf den Heiligen Geist: Auch in der Auswahl der Lieder wollen wir Jesus verkünden, um den es an Weihnachten geht – es gibt ganz fantastische Lieder wie das feierliche „O du fröhliche“, das etwas anspruchsvollere „Ich steh an deiner Krippe hier“ oder das adventliche „Macht hoch die Tür“. Aber wir sollten uns auch für ein „O Tannenbaum“ nicht zu schade sein. Nie vergessen: Wir dienen den Menschen dort und stülpen niemandem etwas über!
5 Üben
Wir können nun unsere Kleingruppentreffen dazu nutzen, uns gut auf den Auftritt vorzubereiten. Die Lieder sollten „sitzen“ und wir als Chor gut untereinander und mit unserem Instrumentalisten harmonieren. Es muss nicht perfekt sein, aber wir sollten schon das Beste aus uns herausholen und uns Mühe geben. Wir sollten unbedingt für unseren Auftritt und für jeden Bewohner und jede Bewohnerin „unseres“ Seniorenheims beten, dass er oder sie von Jesus berührt und beschenkt wird.
Bei unseren eigenen Auftritten in der Vorweihnachtszeit haben wir erlebt, dass die älteren Menschen ganz unterschiedlich reagierten. Manche saßen einfach nur dabei. Andere hatten Tränen in den Augen. Sie haben sich an Lieder und Zeiten aus ihrem Leben erinnert und das feierliche Singen genossen und manche haben vielleicht auch etwas von Jesus in ihrem Herzen gespürt.
Ist ein Anfang gemacht, sind die Kontakte zu den Senioreneinrichtungen hergestellt und haben wir uns ihres Vertrauens wert erwiesen, wird das Liedersingen im nächsten Jahr mit Sicherheit wieder auf offene Ohren und Türen stoßen.